Die Möller Medical GmbH und die SOMATEX Medical Technologies GmbH haben in dem gemeinsamen Entwicklungsprojekt "Radiofrequency Thermal Ablation" einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Auf der CIRSE im September und auf der Compamed im November wurden erste Prototypen der neuartigen Familie von Hochfrequenzelektroden und der dazu passende HF-Generator präsentiert.
Bei der Radiofrequenzablation (RFA) handelt es sich um ein minimal invasives Verfahren zur Behandlung bösartiger Tumore. Dabei werden die Zellstrukturen der Tumore oder Metastasen durch Hitze zerstört. Mittels eines Generators wird ein Wechselstrom von hoher Frequenz erzeugt, der über einen Applikator zu einem starken Temperaturanstieg im Zielgewebe führt. Durch die Umwandlung von Energie zu Hitze wird das Tumorgewebe "zerkocht". Vorteile der Radiofrequenzablation gegenüber herkömmlichen Verfahren liegen in einer sehr geringen Komplikationsrate. Nebenwirkungen sind im Unterschied zur chirurgischen Resektion oder der Chemotherapie vergleichsweise minimal.
Die Kooperationsentwicklung der beiden Firmen weist gegenüber bisher angewendeten Thermoablationsverfahren eine Vielzahl an Vorteilen auf:
Die speziell entwickelte Doppelschirmelektrode umschließt den Tumor vollständig und umfasst ein größeres Gewebeareal als herkömmliche monopolar arbeitende Schirmelektroden. Die beiden Schirmelektroden definieren das zu behandelnde Areal weitgehend. Damit wird das Risiko einer unerwünschten Erhitzung benachbarter, möglicherweise sensitiver, Gewebestrukturen erheblich vermindert. Das bipolar arbeitende System erspart zudem das Anbringen einer Neutralelektrode. Hautverbrennungen durch unsachgemäß angebrachte Neutralelektroden oder die Störung von Messgeräten am Patienten können so ausgeschlossen werden. Ebenfalls wird die Behandlung adipöser Patienten im Vergleich zu monopolar arbeitenden Systemen erleichtert. Hinzu kommt, dass eine Kühlung wie sie bei herkömmlichen Thermoablationsverfahren erforderlich ist, entfällt bei dieser Neuentwicklung. Das Wegfallen des kühlkreislaufes, die einfache Platzierung des Applikators im Zielgewebe und die nicht benötigte Neutralelektrode machen die Therapie zu einem einfacheren und sichereren Verfahren. Ein weiterer bedeutender Vorteil des neuartigen Systems liegt in der erheblichen Verlürzung der Ablations- und damit der gesamten Verfahrensdauer.
Im Hinblick auf eine optimale Prozesskontrolle mittels MRT wird in einem nächsten Entwicklungsschritt die vollständige MR-Kompatibilität des Systems realisiert. Während der Applikator bereits MR-kompatibel ist, wird an einer Lösung für das komplette System gearbeitet.
Vorteile im Überblick
- Steigerung des Ablationsvolumens
- Erhebliche Verkürzung der Prozessdauer
- Verbesserte Prozesskontrolle
- Bipolar arbeitendes System
- Keine Kühlung durch NaCl erforderlich
- MR kompatibles System
Nach Abschluss der Entwicklung und der klinischen Erprobung wird die Produktion der Hochfrequenzelektroden und der HF-Generatoren in Serie starten.
Kontakt SOMATEX: Kontakt Möller Medical:
Dirk Balmert, Dipl.-Ing. Dirk Schlecht
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