Im etablierten Standardverfahren wird die Knochendichte mittels DEXA (Dual-Energy-X-Ray- Absorptiometrie oder auch Röntgen-Absorptions-Messung) bestimmt, indem der Knochenmineralsalzgehalt gemessen wird. Wenn eine Osteoporose nachgewiesen wurde, werden zunächst klassische Therapieverfahren angewendet, die mit Physiotherapie, Bewegungsschule sowie Vitamin- und Kalziummedikamentation ein Fortschreiten des Knochenabbaus verhindern soll. Sollten diese Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt erzeugen, werden in die Umgebung des betroffenen Knochens so genannte Bisphosphonate injiziert, die um den Knochen einen Film bilden, der die Tätigkeit der Osteoklasten hemmt. In diesem Stadium der Krankheit ist oftmals schon die Gabe von Schmerzmitteln notwendig, um eine adäquate Lebensqualität des Patienten zu gewährleisten. Im Verlauf einer osteoporosebedingten Wirbelkörperkompressionsfraktur, die im Vorfeld mit den o. g. Therapiemöglichkeiten verhindert werden sollte, entstehen in den ersten zwölf Monaten durchschnittlich 18.000 Euro an Folgekosten, die in Relation zu den Patientenzahlen einen erheblichen Kostenfaktor für das Gesundheitssystem darstellen.
Nach den Leitlinien der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) ist bisher eine Vertebroplastie nur dann induziert, wenn zum einen eine schmerzhafte Wirbelkörperkompressionsfraktur vorliegt und zum anderen alle konservativen Therapiemöglichkeiten erfolglos angewendet wurden. In der Zukunft werden randomisierte prospektive Multicenter-Studien die Effektivität und Verträglichkeit der Vertebroplastie auch im Langzeit-Follow up beweisen und betroffenen Patienten früher als bisher eine Stabilisierung der Wirbelkörper ermöglichen. Vorstellbar ist dann auch eine Vertebroplastie als Prophylaxe, wie es in den USA bereits heute schon möglich ist.