So ist es derzeit möglich, Polyurethanschläuche für Uretherschienen und Ernährungssonden mit einer Liegezeit bis zu 30 Tagen zu applizieren. Risikogruppen wie Neugeborene oder Schwangere werden nicht gefährdet. Die für den Einsatz  in der Humanmedizin zugelassenen TPU’s haben darüber hinaus den Vorteil thermosensitiv zu reagieren – d.h. bei Erreichen der Körpertemperatur erweichen die Schläuche, so dass ein Fremdkörpergefühl beim Patienten weitestgehend vermieden werden kann.

Da TPU’s, welche bei uns verarbeitet werden,  keinerlei Weichmacheranteile enthalten, kann es nicht zu Migrationserscheinungen kommen. Die Problematik der Weichmachermigration mit den negativen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus ist nach wie vor Gegenstand von Diskussionen.

Schläuche aus Weich-PVC (PVC-w) können bis zu 45 Gewichts-% Weichmacheranteile enthalten, welche migrieren können, was zu einer sukzessiven Versprödung des Materials führt.

Thermoplastische Polyurethane sind somit eine echte Alternative zu PVC-w, und bieten darüber hinaus weitere Vorteile:

-          deutlich bessere mechanische Kennwerte

-          hohe Transparenz

-          sehr gute biokompatible Eigenschaften

-          sehr gute Kälteflexibilität

-          dauerhafte Flexibilität

-          gutes Rückstellverhalten / geringer Druckverformungsrest

-          vergleichbare Weiterverarbeitung / Lösemittelbeständigkeit wie PVC

-          breites Spektrum an Weiterverarbeitungsmöglichkeiten / Kombination                         mit anderen Werkstoffen

Ein weiterer Vorteil ist die gute Haftung zu anderen Polymeren. So ist es nicht nur möglich Multilayerschläuche als Polyurethan Hart/Weich-Kombination zu extrudieren, auch die Co-Extrusion z.B. mit Polyamiden als funktionelle Druckträger- oder Gleitschicht, ist ohne Probleme möglich.

Ebenso besteht die Möglichkeit, dass röntgenkontrastgebende Streifen in die Schlauchwand eingebettet werden, was zum einen den optischen flow-control ermöglicht, zum anderen aber auch durch den Einsatz von Röntgenscannern die Kontrolle der Position des Schlauches im Körper zulässt.

Eine  antimikrobielle Ausrüstung von Polyurethanschläuchen ist gleichermaßen problemlos möglich.

Produktionsbedingungen

Die Produktion von Polyurethanschläuchen erfolgt bei der Novoplast Schlauchtechnik GmbH auf hochwertigen Extrusionslinien in den Reinraumklassen 7 und 8 nach DIN EN ISO 14644-1. Um Polyurethane in kleinsten Toleranzfeldern und größtmöglicher Präzision zu fertigen, ist es unumgänglich über spezielle maschinelle und werkzeugtechnische Ausrüstung zu verfügen, da sich die Verarbeitung gegenüber der von Massenkunststoffen erheblich unterscheidet.

Derzeit umfasst das Materialspektrum ca. 300 verschiedene thermoplastische Kunststoffe.

Neben Polyurethanen, Polyamiden / Polyamidelastomeren, PVC, LD-PE/HD-PE/PP und weiteren TPE’s, erfolgt ebenso die Verarbeitung von PVDF als auch die Erstellung von eigenen Materialblends zur Umsetzung gewünschter Produkteigenschaften.

 

Der Autor

Andreas Hankel ist Leiter des Geschäftsbereichs Medizin bei der Novoplast Schlauchtechnik GmbH.

Kurzportrait Novoplast Schlauchtechnik GmbH

Die Novoplast Schlauchtechnik GmbH aus Halberstadt ist Spezialist und führender Experte im Bereich Herstellung und Vertrieb extrudierter, thermoplastischer Schläuche und Profile aus innovativen High-Tech-Kunststoffen. Ein wichtiges Unternehmensziel ist es, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von High-Tech-Materialien zu eruieren und in neue kundenorientierte Produkte umzusetzen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 hat die Novoplast Schlauchtechnik GmbH konsequent in neueste Fertigungstechnologien investiert und Reinräume der Klassen 7 und 8 errichtet. Heute bietet das Unternehmen ein weitgefächertes Sortiment technischer und medizinischer Schläuche. Die Novoplast Schlauchtechnik GmbH ist Mitglied der internationalen Masterflex-Gruppe (www.masterflex.de).

 

Novoplast Schlauchtechnik, Halberstadt – Juni  2010