Der Lungenkrebs ist in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Etwa 33.000 jährliche Neuerkrankungen an Lungenkrebs entsprechen 14,3 % aller Krebsneuerkrankungen bei den Männern. Bei den Frauen macht der Lungenkrebs mittlerweile mit etwa 13.200 jährlichen Neuerkrankungen 6,4 % aller bösartigen Neubildungen aus. Wegen der nach wie vor schlechten Prognose fällt der Anteil des Lungenkrebses an allen Krebstodesfällen mit 26,0 % bei Männern (Rang 1) bzw. 11,2 % bei Frauen (Rang 3) noch deutlicher aus. Die relativen 5-Jahres Überlebensraten liegen im Mittel bei ca. 16% wobei diese aber deutlich durch das Tumorstadium variieren können. Eine Vielzahl an Faktoren hat Einfluss auf die Überlebensraten, wie weit ist der Progress fortgeschritten, sind bereits Fernmetastasen aufgetreten oder aber handelt es sich um ein kleinzelliges oder nicht-kleinzelliges Karzinom [1]. Da sich nach Diagnosestellung nur bis zu 20% der Patienten einer Resektion mit kurativem Ansatz unterziehen können und sich trotzdem nach einer kompletten Tumorresektion Rezidive bilden, gilt der Lungenkrebs als einer der aggressivsten Krebsarten [2]. 

Um den Patienten nach Diagnosestellung eine optimal abgestimmte Therapie anbieten zu können, spielt ein erfolgreiches Staging des Bronchialkarzinoms eine zentrale Rolle. Speziell wenn die Fragestellungen des Lymphknotenstagings und der Frühkarzinome geklärt werden müssen, denn hierbei weisen die radiologischen Verfahren und konventionelle Endoskopie Limitationen auf [6]. Die flexible Bronchsokopie stellt somit eine effektive und sichere Untersuchungsmodalität in der Diagnostik des peripheren Bronchialkarzinoms dar [3, 4]. Durch die flexible Bronchoskopie wird beispielsweise das Staging vergrößerter mediastinaler Lymphknoten sowie die Diagnostik peripherer Rundherde im Vergleich zu starren Endoskopen vereinfacht [4]. 

Die transbronchiale Nadelaspiration (TBNA) ist ein Diagnostikverfahren, mit der der Bronchoskopist zytologisches respektive histologisches Gewebematerial jenseits der Bronchialwand entnehmen kann. Dieses gewonnene Gewebematerial wird nach einer speziellen Aufbereitung weiteren Untersuchungen zugeführt (Pathologie). Dadurch lässt sich am Ende der Untersuchungsreihen, vorausgesetzt die Punktion verlief erfolgreich und zytologisches respektive histologisches Gewebematerial konnte gewonnen werden, die Eingangsdiagnose manifestieren. Weitere bekannte Verfahren in der Diagnosesicherung stellen beispielsweise die Anwendung der Bronchoalveolären Lavage (BAL), Zytologiebürsten sowie Biopsiezangen dar [3]. Diese genannten Verfahren sind ebenfalls minimal invasive Verfahren, die bei der Durchführung der flexiblen Bronchoskopie zum Einsatz kommen können. 

Für die Durchführung einer TBNA, benötigt der Bronchoskopist zusätzlich zu der Ausrüstung, die für die flexible Bronchoskopie bereitgestellt werden muss, eine für das Bronchoskop geeignete Feinnadel [5]. Anforderungen die an eine TBNA Nadel gestellt werden müssen, um eine möglichst komplikationsarme und patientenschonende Therapie durchführen zu können, werden im Folgenden aufgeführt: 

  • Semiflexibler Katheter, der durch den Arbeitskanal des Bronchoskopes geführt werden kann
  • Einfaches Ein- bzw. Ausfahren der Kanüle
  • Sichere Arretierung der Nadelposition, um unkontrollierte Punktionen des Patienten sowie  Arbeitskanals zu verhindern
  • Proximaler Handgriff der die Manipulation der distalen Nadel ermöglicht
  • Rigide Nadel und scharfer Schliff, um eine sichere Punktion zu gewährleisten
  • Eine gute Stichkraftübertragung, damit die Bronchialwand einfach penetriert werden kann
  • Konnektierungsmöglichkeit für eine Spritze (Übertragung des Unterdrucks)
  • Einen möglichst großen Innendurchmesser der Punktionskanüle, um ein Maximum an Gewebe aspirieren zu können (Kompromiss aus Erhöhung der Steifigkeit des Systems und dadurch Steigerung der erfolgreichen Aspiration)

 

Um die Diagnostik bzw. Therapiemöglichkeiten der Endoskopie weiter zu bestärken, steigt, durch die Einführung des endobronchialen Ultraschalls (EBUS) und allgemein der verstärkten Kombination der Endoskopie mit anderen Bildgebungsmodalitäten, der Stellenwert weiter an [7].  Ebenfalls steigt der Charakter der Endoskopie durch die Anwendung der Fluoreszenzendoskopie. Die Fluoreszenzendoskopie ist ein neues Verfahren, mit dem visuell nicht oder nur schlecht sichtbare maligne oder prämaligne Veränderungen endoskopisch besser erkannt werden können [8].

  

[1]        Krebs in Deutschland 2003-2004: 46-49 In: Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. 6. Auflage (2008)

 

[2]        Steinke, K., Radiofrequency Ablation (RFA): 178 In: Percutaneous Tumor Ablation in Medical Radiology, Springer Verlag (2008)

 

[3]        Franke, K.J., Nilius, G., Rühle, K.-H., Diagnosis of peripheral pulmonary lesions using flexible bronchoscopy. In: Dtsch med Wochenschr. (2006) 131: 2229-2233 (Thieme Verlag)

 

[4]        Lesser, S., Transbronchial Needle Aspiration: A Bronchoscopy Procedure That Stands the Test of Time. In: http://www.endonurse.com/articles/transbronchial-needle-aspiration.html letzter Aufruf: 23.12.2009

[5]        Ernst, A., Silvestri, G.A., Johnstone, D., Interventional        Pulmonary Procedures: TBNA. In: http://medscape.com/viewarticle/455720_5 letzter Aufruf: 23.12.2009

[6]        Herth, F.J.F., Becker, H.D., Eberhardt, R., Endobronchialer Ultraschall beim Bronchialkarzinom. In: Der Radiologe (2004) 44: 457-464 (Springer Verlag)

[7]        Teuffel, W., Allescher, H.D., Wessels, G., Feussner, H., Endoskopie in einem Network bildgebender Verfahren. In: Der Urologe B (2004) 41: 253-260 (Springer Verlag)

[8]         Messmann, H., Fluoreszenzendoskopie in der Gastroenterologie. In: Gastroenterol (2000) 38: 21-30 (Thieme Verlag)