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SOMATEX® Newsletter 4/2007 vom 14. August 2007

Frakturklassifikationen
(Autor: Thammo Weise)

In der Literatur werden allein für den thorakalen und lumbalen Bereich der Wirbelsäule weit mehr als 60 Wirbelkörperfrakturen (nach F. Magerl, M. Aebi, S. Nazarian) unterschieden, die durch eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen genau beschrieben werden. Je nach dem Grund der Fraktur werden sie in 3 Hauptgruppen klassifiziert. Den Großbuchstaben A erhalten Frakturen, die durch Kompressionskräfte (Druck) entstehen und vor allem den Wirbelkörper selbst betreffen. Mit B werden Knick- und Zugfrakturen bezeichnet und mit C gekennzeichnete Wirbelbrüche sind Fehlstellungen, die durch Torsion (Verdrehen) entstanden sind. Hierbei können jeweils Strukturen der unmittelbaren Knochenumgebung beschädigt sein. Natürlich kann es gerade bei traumatischen Frakturen mehrere Ursachen geben, deren Klassifikation nach dem schwerwiegendsten Grund vorgenommen wird. Eine Torsionsfraktur mit Kompressionsbeteiligung wird demnach also als C kategorisiert. Weiterhin werden die Frakturen nach ihren Formen beschrieben. Kompressionsfrakturen (A) der Klasse 1 kennzeichnen den allgemeinen Verlust von Knochenhöhe durch Einbruch der Endplatten, Klasse 2 durch das Entstehen eines Spalts und Klasse 3 durch Berstung. Die noch folgenden Ziffern dienen der exakten Beschreibung hinsichtlich der Lokalisation und Ausrichtung der Fraktur. Theoretische können Frakturen sowohl in der sagittalen, frontalen als auch transversalen Ebene auftreten. Sie können komplett den Wirbelkörper durchtrennen, Teile des Knochens ablösen, sich sternförmig ausbreiten oder nur kleine Risse verursachen. Durch den Zusatz der Kleinbuchstaben a oder b wird beschrieben, ob sich die Fraktur hauptsächlich im vorderen (anterior = a) oder hinteren (posterior = b) Bereich befindet. Als Beispiel soll die beliebige Frakturangabe A3.1a dienen, hinter der sich eine inkomplette Berstungsfraktur im vorderen Bereich des Wirbels durch Kompression verbirgt. So vielfältig und undurchsichtig die Klassifikation einem Nichtmediziner auch erscheinen mag, dient sie den Ärzten zur eindeutigen Indikationsstellung für die Anwendung einer zementbasierten Augmentationstechnik. Obwohl in den Leitlinien der Deutschen Röntgengesellschaft zur Vertebro- und Kyphoplastie hinsichtlich der Frakturvarianten keine Stellung genommen wird (außer Hinterkantendefekt), zeigt sich in der Literatur - sofern auf dieses Thema überhaupt eingegangen wird - eine Unterscheidung der beiden etablierten Techniken. Insbesondere Spaltfrakturen (A2), Berstungsfrakturen (A3.2) und komplette Berstungsfrakturen (A3.3) eignen sich nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht für die Kyphoplastie. Zum einen geht man davon aus, dass durch die Zementaugmentation die Spaltkomponente nicht ausreichend stabilisiert wird, zum anderen werden bei Berstungsfrakturen durch das Aufrichten des Ballons einzelne Spalte auseinandergetrieben, so dass das Risiko eines Zementaustritts erhöht wird. Für entsprechende Brüche der B-Gruppe (B1.2 und B2.3) kann die Ballonkyphoplastie nur bedingt genutzt werden und es wird die Kombination mit einem Fixateur interna empfohlen. Die typisch osteoporotischen Frakturen wie Deckplattenkompression (A1.1), Keilfraktur (A1.2), Fischwirbelfraktur (A1.3) und inkomplette Berstungsfraktur (A3.1) können gleichermaßen durch beide Techniken behandelt werden. Sicherlich ist nicht jede Wirbelkörperfraktur, egal welcher Hauptgruppe, uneingeschränkt mit einer minimalinvasiven Technik und stabilisierendem Knochenzement zu behandeln, aber eine, wie oben beschriebene Einschränkung der Kyphoplastie wurde bisher für die Vertebroplastie nicht vorgenommen.

Um den verschiedenen Anforderungen einer Frakturaugmentation mit Knochenzement gerecht zu werden, bietet SOMATEX ein umfangreiches Sortiment an Vertebroplastie-Sets und Zubehör. Der Anwender kann je nach bevorzugtem Handling zwischen verschiedenen Set- und Paketvarianten wählen. Vom universellen „Apart-Standard-Set“ als Basislösung bis hin zum „DUAL complete“, dem All-inclusive-Paket bietet Somatex individuelle Lösungen an. Neben dem speziell für die Vertebroplastie entwickelten Knochenzement, dem Anteile von Hydroxylapatit zugemischt sind, offeriert Somatex diverse Einzelkomponenten. Überdies sind verschiedene Informationsmaterialien wie zum Beispiel Patienteninformationsbroschüren, -aufklärungsbögen oder DRG Kodierungsbeispiele (Abrechnungsmodelle für Deutschland) abrufbar.

Herzlichst, Ihr Thammo Weise

   
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