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Mehr Dynamik in den heimischen Medizintechnik-Markt

Technologietag 2005 in Teltow

Der Markt für Medizintechnologie ist weltweit einer der dynamischsten Wachstumsmärkte. Allein in Berlin und Brandenburg werden pro Jahr geschätzte 600 Millionen Euro für Medizintechnik umgesetzt, so ein Ergebnis des Technologietages Teltow, der am 08. April mit Schwerpunkt Medizintechnologie im Hotel Courtyard stattfand.

Die zahlreichen Medizintechnikunternehmen aus der Region haben jedoch bislang wenig von diesem heimischen Kuchen – obwohl sie auf dem globalen Markt durchaus konkurrenzfähig sind. „Uns geht es noch relativ gut, wir machen zwischen 8-10 Prozent des Umsatzes vor unserer Haustür“, erklärte Frank Kniep, Geschäftsführer von SOMATEX® Medical Technologies und Mitinitiator des diesjährigen Technologietages, der brandenburgischen Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler auf ihrem Rundgang über die Stände der 29 ausstellenden Unternehmen.

„Andere Unternehmen aus der Region können von solchen Umsätzen nur träumen“, so Kniep. Das läge im Wesentlichen daran, dass die Unternehmen der Region bei den Kliniken gar nicht bekannt seien und auch wenig Chancen hätten, hier „einen Fuß in die Tür zu bekommen“. Um dieses Missverhältnis zu knacken und Anbieter, Abnehmer und Forschungseinrichtungen an einen Tisch zu bekommen, hatten die Veranstalter des diesjährigen Technologietages Teltow den Schwerpunkt Medizintechnik gewählt. In zahlreichen Vorträgen und Gesprächen wurde die Situation sehr kontrovers diskutiert.

Während Uwe Ahrens, Vorstandsvorsitzender der aap Implantate AG Berlin, vorrechnete, wie viele neue Arbeitsplätze es für die Region bedeuten würde, wenn sich die Einkäufer der Kliniken für die innovativen Lösungen der heimischen Anbieter öffnen würden, gaben die angesprochenen Vertreter der Kliniken den erheblichen Kostendruck zu bedenken, unter den das deutsche Gesundheitswesen die Krankenhäuser stelle.

Joachim Manz, Vorstand der privaten Rhön Klinikum AG, konnte dabei diesem Kostendruck auch positive Seiten abgewinnen. Steigerung von Effizienz und Transparenz und der Wettbewerb der Kliniken um die Patienten seien die Folge.

Als Vertreter der staatlichen Kliniken zeichnete Horst-Michael Arndt, Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken GmbH, jedoch ein düstereres Bild: „Wir sind nicht motiviert, etwas Neues zu bewegen, denn das kriegen wir nicht bezahlt“. Einig war man sich am Ende, dass der Weg für die heimischen Medizintechnikunternehmen über die Bildung von Verkaufsgemeinschaften gehen könne, um den starken Einkaufsgemeinschaften der Kliniken etwas entgegenzusetzen. Die Vertreter der Kliniken regten darüber hinaus an, bei Neuentwicklungen von Medizintechnischen Instrumenten frühzeitig behandelnde Ärzte aus der Region mit einzubeziehen, um so deren Bedürfnisse und Gewohnheiten kennen zu lernen. „Das bestätigt uns hundertprozentig in unserer bisherigen Strategie“, gab sich Frank Kniep von SOMATEX® zufrieden, denn bei der Entwicklung neuer Instrumente arbeitet das Unternehmen seit jeher eng mit Kliniken zusammen, z.B. mit der Charité oder dem Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam. Um den Absatz auf dem heimischen Markt zu steigern, ist SOMATEX® darüber hinaus in dem offenen Anbieternetzwerk medizintechnischer Unternehmen „medtecnet“ engagiert.

„Wenn wir jetzt noch den hier begonnenen landesweiten Dialog kontinuierlich weiterführen, werden am Ende alle profitieren: Die Kliniken, die Technologieanbieter, die Patienten und der Arbeitsmarkt.“ , sagte Kniep.

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