Wenn Torsten K. Bork sich einen „Wachstumskern“ vorstellt, dann fällt ihm die Teltower Region ein. Irgendwann werde diese Einsicht auch beim Wirtschaftsministerium ankommen, so der 1. Vizepräsident des Unternehmerverbandes Brandenburg, der gleich seine Eröffnungsrede nutzte, um den drei Orten der Region in der Debatte um die neuen Förderpläne aus dem Wirtschaftsministerium den Rücken zu stärken. Man hier gelassen bleiben, sagte er im prall gefüllten Saal des Hotel „Courtyard“, wo sich gestern Unternehmer aus Berlin/ Brandenburg zum 2. Technologietag in Teltow trafen. Ganz so entspannt diskutierten Politiker aus Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf diese Frage in den Hotelgängen indes nicht. Schließlich geht es um Fördergeld, das nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums künftig in 23 Wachstumskerne fließen soll. Nur die Boomregion, in der gestern der Technologietag speziell zur Medizintechnik stattfand, zählt bislang nicht zu den Auserwählten. Für Norbert Gölitzer vom Unternehmerverband, der mit der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung zum Technologietag einlud, sollte denn auch von dieser Veranstaltung die Botschaft ausgehen, dass hier „der“ regionale Wachstumskern ist. Dies müsse auch eine Förderrichtlinie des Landes zum Ausdruck bringen, so Gölitzer. Wie gut die Region auf dem Zukunftsfeld der Medizintechnik aufgestellt ist, davon überzeugte sich Brandenburgs Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler bei ihrem Ausstellerrundgang. Zuvor hatte sie über den Medizinstandort Berlin-Brandenburg gesprochen, dem sie Chancen einräumt, deutschlandweit die Nummer 1 zu werden. Mit 150 Kliniken und Krankenhäusern sowie 10 000 ambulanten Ärzten gibt es hier auch einen großen Kreis von Abnehmern für die 30 Brandenburger Firmen, die Medizintechnik entwickeln. Ein Problem: Viele sind zwar auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig, machen mitunter vor der eigenen Haustür aber relativ wenig Umsatz, was auch an eingespielten Lieferbeziehungen liege. Oft wüsste man in den Kliniken gar nicht von den Angeboten in der Region. Auch um dieses Informationsdefizit abzubauen, rückte dieser 2. Technologietag die Medizintechnik in den Fokus. Die Ansprechpartner für das knüpfen neuer Geschäftskontakte waren da – so ein Vorstand der Rhön Klinikum AG. Gölitzer sprach am Ende denn auch von einem hochinteressanten Tag, der Medizintechnik- und Krankenhausunternehmen zusammenbrachte. Gut lief der Tag zudem, weil die Resonanz groß war – 29 Aussteller und über 250 Besucher wurden gezählt. Sehen ließ sich auch viel Politprominenz. Als Dagmar Ziegler (SPD) ging, kam Kabinettskollege Jörg Schönbohm (CDU) – und wurde gleich zu den Wachstumskernen befragt. „Hier ist einer – ob mit oder ohne Förderung“, meinte er. Ähnlich unverbindlich drückte sich Ziegler aus. Die Region habe alle Chancen, sich zu entwickeln, sagte die Ministerin und erntete einen Zwischenruf vom Kleinmachnower Landtagsabgeordneten Jens Klocksin: „Deshalb braucht sie ja auch den Status als Wachstumskern“.
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