Firma SOMATEX® will in den Brandenburger Markt
Teltow – An rund 1000 Kunden in über 30 Ländern verkauft
das Teltower Unternehmen SOMATEX® Medical Technologies
GmbH seine Produkte. Doch seine Kunden in Brandenburg
kann Geschäftsführer Frank Kniep an einer Hand abzählen. „Brandenburger Kliniken tun sich schwer, sie lassen sich lieber
von großen Firmen beliefern", konstatierte Kniep gegenüber
Gesundheitsminister Günter Baaske (SPD), der dem
Unternehmen gestern einen Besuch abstattete. Doch das soll
sich nun ändern: mit einem Netzwerk und einer Messe in
Teltow.
Rund 300 Produkte produziert SOMATEX® und sieht sich selbst
als anwenderorientierter Problemlöser. In Zusammenarbeit mitÄrzten und Krankenhäusern werden medizinische
Therapiekonzepte entwickelt und entsprechende Instrumente
produziert. Dazu gehören Lungen-Marker, die nicht tastbare
Krankheitsherde lokalisieren in den Atmungsorganen, aber
auch Spritzengeräte mit Spezialkanülen, um Knochenzement
in Wirbelkörper zu injizieren, die danach wieder neue Stabilität
erlangen. Viele dieser Produkte, die zur modernen
Knopflochchirurgie zählen, hat SOMATEX® zum Patent
angemeldet. „Aber wir brauchen Unterstützung auf politischer
Ebene, um einen Fuß in die Türen der Brandenburger Kliniken
zu bekommen", so Kniep zu Baaske.
Dass es für Brandenburger Firmen oft schwer ist, sich am Inland-Markt zu etablieren, war
dem Minister nicht neu. Als gute Idee bezeichnete er deshalb Knieps Vorschlag, die
Kompetenzen der beiden Standorte Berlin und Brandenburg im Bereich Medizintechnik in
einem Netzwerk zu bündeln. Die Mitglieder des Netzwerkes könnten ihre Produktpalette
abstimmen und so ihren Kunden ein umfangreicheres Angebot machen. Dabei müsste
zudem nicht bei Null angefangen werden, sondern man könnte die Plattform der Berliner
Initiative TSBmedici nutzen, die schon jetzt in ihrer Startphase überregionale Aktivitäten
aus Wissenschaft und Wirtschaft verknüpft. Auch eine Messe mit Workshop könnte
bereits im Vorfeld die Firmen und Kliniken des Landes Brandenburg zusammenführen, so
Kniep.
Prompte Unterstützung für das Projekt signalisierte Prof. Klaus-P. Schulze von der
Zukunftsagentur Brandenburg. Er schlug vor, die Messe gleich im Frühjahr in Teltow zu
veranstalten. Auch Gesundheitsminister Baaske versprach: „Ich bin dabei". Er will mit
Wirtschaftsminister Junghanns über das Vorhaben reden, ebenso mit Berlins Senator für
Wirtschaft Harald Wolf. Kirsten Graulich |